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Pressestimmen
Ein Konzert, das unter die Haut geht PDF Drucken E-Mail

Tosender Applaus für Auftritt der Jungen Ems-Dollart Philharmonie

- Lingener Tagespost, 13.08.2014 - Peter Löning -

Kurz gesagt hat sie uns ein großartiges Konzert präsentiert, die Junge Ems-Dollart Philharmonie am Montagabend in der St.-Bonifatius-Kirche. Das Orchester aus jungen Musiktalenten der Region unter Leitung des versierten niederländischen Dirigenten Johannes Leertouwer konnte überaus begeistern mit einem Programm aus höchst anspruchsvollen Werken.
Spannend begann die sehr bildhafte Fantasie-Ouvertüre" Romeo und Julia" von Pjotr Tschaikowski, der die Shakespeare-Geschichte sehr eindrucksvoll in Töne packte. Die Musiker bewiesen dabei ein erstaunlich nuanciertes und feinfühliges Zusammenspiel. Bis in die härtesten Fortissimi mit diffizilen Rhythmen schwang sich dieses Werk auf, berauschend ergreifende Melodien ließen es sehr emotional empfinden. Am Ende - so ist leider die Vorgabe - geht es aber nicht gut aus. Ein Trauermarsch besiegelt das Ende der Liebenden in dieser unglaublich bewegenden Komposition.
Ohne Umschweife stürzte sich folgend die "Carmen-Fantasie" direkt in das Geschehen der gleichnamigen Bizet-Oper. Dieses Werk ist weit mehr als ein reines Bravourstück, setzt aber doch gleich zu Beginn eine unmissverständlich virtuose Marke für den Part der Solo-Violine. Dieses spritzige und feurige spanische Werk bedient sich nach Kräften an den Arien und Melodien Bizets, um sie mit effektvollen, teils imposant ausgefallenen Spieltechniken auf der Geige gekonnt in Szene zu setzen. Die erst 14-jährige Geigerin Anna Wassenberg aus Lünne konnte hier als Solistin vor dem Orchester sehr überzeugen. Bis in die höchsten Höhen ihres Instrumentes, in fingerbrecherischen Passagen mit Pizzicati oder Flageolettes, wie auch in anmutigen Pianostellen erklang sie sehr präsent und füllte mit ihrem Geigenton den Kirchenraum scheinbar mühelos. Großer, langanhaltender Applaus und Bravo-Rufe aus den hinteren Reihen waren ihr verdienter Lohn.
Kompositorisch, spielerisch und auch in seinen Dimensionen war aber wohl der große Schwerpunkt dieses Konzertes eine grandios dargebotene "5. Sinfonie" von Dmitri Schostakowitsch. Dieses Werk forderte von den Spielern alles. Nicht anders sah es da für die Hörer aus. Dies ist keine Musik, zu der man sich zurücklehnt. Hier ist auch das Hören Arbeit, aber die lohnt sich über alle Maßen. Bei aller poetischen Klanglichkeit des ersten Satzes, aller auch witzig deftigen, teils grotesken Ländlergestalt in Satz Nummer zwei oder den überschwänglichen Ausbrüchen des Schlusssatzes mit seinem monumentalen Finale: Es war der dritte, der langsame Satz, der hier tief unter die Haut ging. Das war großartig, ein sinfonisches Erlebnis, das man nicht mehr loslassen will.
Natürlich  führte der tosende Applaus zu zwei Zugaben (von Modest Mussorgski die Chowanschtschina-.Ouvertüre und unverschämt gut vom Orchester gesungen Anton Bruckners "Locus iste") aber - ganz ehrlich - die hätte es nach solch umwerfender Aufführung nicht mehr gebraucht.

 
Ein Unterschied, den man hört PDF Drucken E-Mail

"Junge Ems-Dollart Philharmoniker" in der Hochschule

- Neue Osnabrücker Zeitung, 12.08.2014 - Thomas Hitzemann


Zu Recht nennen sie sich "Junge Ems-Dollart Philharmoniker" und nicht Sinfoniker. Einen Unterschied, den man hört. 2009 in der Trägerschaft des Emsländischen Kammermusikensembles gegründet, ist dieses deutsch-niederländische Orchester um Nachwuchsförderung auf künstlerischem Nährboden bemüht. Den Klangkörper leitet während intensiver Arbeitsphasen Johannes Leertouwer, im Hauptberuf Chefdirigent der Utrechter Philharmoniker.
Das Konzert in der Aula der Osnabrücker Hochschule ist die dritte von vier Präsentationen. Zwei fanden zuvor in den Niederlanden statt, eine letzte folgt in Lingen. Neben stattlichen sinfonischen Werken wird eine klangliche Delikatesse zur Aufführung gebracht: Pablo de Sarasates "Carmen-Fantasie" für Violine und Orchester. Die kaum 14-jährige Geigerin Anna Wassenberg macht vom ersten Bogenstrich an einen großen Abstand im Können zu den Mitspielern deutlich. Ihr Ton strotzt vor Kraft, und bravourös meistert sie alle virtuosen Floskeln quer durch die Lagen des Griffsbretts.
Peter Tschaikowskys Fantasie-Ouvertüre zu Romeo und Julia präsentiert Johannes Leertouwer nach Themen genau differenziert. Die Streicher können butterweich klingen, sich aber auch tonlich zu schwarzen Sturmwolken zusammenballen.
Doch alles Vorherige stellt eine Aufführung von Dimitri Schostakowitsch' 5. Sinfonie in den Schatten. Beim ersten Satz steht rhetorische Feinheit der Phrasenbildung im Vordergrund. Es verblüfft, wie kräftig und wohlintoniert alle Soli erklingen. Der zweite Satz bringt einen stürmischen Marsch, der in ein tadellos sauber gespieltes Unisono-Thema mündet.Der dritte Satz beschreibt ein großes, kollektives Gefühl in wärmster Tongebung. Im Mittelteil des Largos gelingen dem Orchester Klänge, die zu strahlen scheinen.
Im Schluss-Allegro holt der Dirigent alle nur mögliche rhythmische Präsenz und famose Tongestaltung aus seinem jungen Orchester heraus. Da erklingt in der Aula die vollwertige Darstellung einer der bedeutendsten Sinfonien des 20. Jahrhunderts.

 
Stürmischer Beifall für die Musiker PDF Drucken E-Mail

Junge Ems-Dollart Philharmonie überzeugte Publikum in Leer

- Ostfriesen-Zeitung, 18.02.2013 - Martin Gadow

Das je zur Hälfte aus deutschen und niederländischen Mitgliedern bestehende Orchester hatte sich höchst anspruchsvolle Werke ausgesucht.

Große Bewunderung und stürmischen Beifall ernteten die engagierten Musiker der "Jungen Ems-Dollart Philharmonie" mit ihrem jüngsten Konzert am Freitag im Theater an der Blinke in Leer. Das je zur Hälfte aus deutschen und niederländischen Mitgliedern bestehende Projekt-Orchester hatte sich unter der fachkundigen Leitung ihres Dirigenten Johannes Leertouwer auch diesmal wieder höchst anspruchsvolle Werke ausgesucht und demonstrierte in deren Aufführung seinen überzeugend hohen Ausbildungs- und Leistungsstandard.
Den ersten markanten Meilenstein dieses beeindruckenden Konzerts setzten die jungen Musiker bereits mit Nils Wilhelm Gades Ouvertüre "Nachklänge aus Ossian". Konzentriert bewegten sie sich aus dem ruhenden Pianissimo der Anfangstakte heraus in die stürmisch aufblühende, großbogige Melodik des Tutti hinein und zwangen damit die Zuhörer in ihren Bann. Mit disziplinierten Einsätzen und suberer Intonation der einzelnen Klanggruppen bewiesen sie im Verlauf des Werks ihre Fähigkeit zu wachsamen Zusammenhalt und kritischer Selbstkontrolle.
Antonin Dvoraks Cello-Konzert h-moll stellt in der Musikliteratur ein eigenständiges Monument dar, das auch ein Johannes Brahms in anerkanntes Erstaunen versetzte. Unter dem sensiblen Geist und den fähigen Händen des hochbegabten Cellisten Björn Schwarze entwickelte es sich zu einer dichten Folge klanglicher Kostbarkeiten und erhebender Augenblicke. Voller leidenschaftlicher Innigkeit und zugleich mit großer Souveränität und ausgereifter Spieltechnik und Musikalität meisterte der Künstler auch die schwierigsten doppelgriffigen Passagen. Ausgewogenheit in Stil und Dynamik bewies er in den melodischen Abläufen und im konzertanten Austausch mit dem Orchester. Nicht enden wollender Beifall für diese überzeugende, triumphale Darbietung nötigte ihm schließlich eine Zugabe in Gestalt eines klangvoll-besinnlich gespielten Solo-Satzes von Johann Sebastian Bach ab.
Igor Strawinskys Ballettsuite "Der Feuervogel" beschrieb einst ein begeisterter Kritiker als "glitzernde, sinnbetörende Erscheinung". Und genau diesen Eindruck vermochten auch die Musiker der "Ems-Dollart Philharmonie" in ihrer unverbrauchten Spielfreude zu vermitteln. HIer herrschte nicht jene epigonale Routine einer "abgeklärten" Orchestervereinigung, sondern frischer, jugendlicher Geist in spürbarer Krativität um die vom Dirigenten mit Akribie herausgearbeiteten Details. Um betörende Melodien herum immer wieder freche perkussive Elemente und "aufflammende-Feuer-Kaskaden" in der Partitur wurden mit spürbar alertem Vergnügen in Szene gesetzt. Nach dem bombastischen Schluss gab es nicht enden wollenden Beifall im Stehen, und auch die Orchestermusiker applaudierten ihrem Dirigenten.
Erst zwei Zugaben konnten schließlich die begeisterten Gemüter wieder beruhigen: Edvard Griegs "Morgenstimmung" sowie, als Überraschung von einem Teil der Orchestermusiker in sauber intoniertem Chorsatz gesungen, das Lied "Abends, will ich schlafen geh'n" aus Engelbert Humperdincks Oper "Hänsel und Gretel".

 
Barocke Klänge in festlichem Rahmen PDF Drucken E-Mail
Streicherensemble der "Jungen Ems-Dollart Philharmonie" gastierten in der Johannes a Lasco Bibliothek

- Emder Zeitung, 03.12.2012 - Ute Lipperheide

Ganz im Zeichen der Barockmusik stand das Winterkonzert der Ostfriesischen Volksbank eG am Freitagabend in der Johannes a Lasco Bibliothek. Schöner und passender hätte der mit Kerzenschein ausgeleuchtete Raum, in dem das Streicherensemble der "Jungen Ems-Dollart Philharmonie" gastierte, kaum sein können.
Aber nicht nur der äußere Rahmen passte, auch die Darbietungen der Musiker, vor allem die der beiden sehr jungen niederländischen Solistinnen, der Oboistin Wilma Jonsma sowie der Violinistin Svenja Staats, überzeugten. Die Musikauswahl zeigte sich betont festlich. Nach anfänglichen, wirklich nur allerkleinsten Unstimmigkeiten spielten die Streicher überaus sicher. Sie brachten Kompositionen italienischer Barockkomponisten und -Violinisten sowie des deutschen Komponisten und Orgel- und Klaviervituosen Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) zu Gehör.
Bei Bachs Adagio der Arioso-Kantate ("Ich steh' mit einem Fuß im Grabe" BWV 156), übernahm Jongsma mit ihrer Oboe den Solistenpart - der häufiger Cellisten zukommt - und brillierte. Die zarte und gefühlvolle Musik dieser Komposition trat bei ihrem kraftvollen Spiel sehr gut zu Tage.
Bei Arangelo Corellis (1653 bis 1713) Weihnachtskonzert zeigte das Streicherensemble, dass diese jungen Musiker sehr wohl einen angenehmen gemeinsamen Klangkörper bilden können. Die Festlichkeit dieser Komposition bildete den Einstieg in den wohltuenden Konzertabend.
Mit Tomaso Giovanni Albinoni (1671 bis 1751) und Antonio Lucio Vivaldi (1678 bis 1741) standen zwei venezianische Komponisten auf dem Programm. Jongsma überzeugte als Solistin des Oboenkonzerts in d-Moll von Albinoni genauso wie bei Bach. Geigenspielerin Svenja Staats hatte ihren großen Auftritt bei Vivaldis "Winter". Die junge Frau versteht es meisterlich, das Publikum für die barocken Klänge zu begeistern.
Beim zweiten Weihnachtskonzert des Abends, dieses Mal von Pietro Antonio Locatelli (1695 bis 1764), kam weihnachtlicher Glanz auf. Die Streicher erfüllten den ehemaligen Kirchenraum ganz und gar mit ihrer Musik. Ein gelungener Konzertabend.
 
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