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Ausstrahlung und Spielfreude PDF Drucken E-Mail
Junge Ems-Dollart Philharmonie überzeugt bei Konzert in Meppen

- Meppener Tagespost, 08.09.2012 - Michael de Witt

Die "Junge Ems-Dollart Philharmonie" wurde im Dezember 2008 gegründet, sie setzt sich aus begabten, jungen Musikerinnen und Musikern zusammen, die von einem Dozententeam an große sinfonische Werke herangeführt werden.
Beim Konzert im Theater Meppen gab Olaf Nießing als künstlerischer Leiter Erläuterungen zur landesübergreifenden Nachwuchsförderung, Marcel Verwaal warb als Sprecher des neu etablierten Fördervereins dafür, dass nach Einschmelzung der verschiedenen Finanzmittel die wichtige Arbeit mit den begabten jungen Menschen fortgeführt werden kann.
Die Ergebnisse der diesjährigen intensiven Probenphasen zeigten, dass sich das Engagement lohnt. Naturgemäß kann man in kurzer Zeit kein makelloses sinfonisches Gebilde zusammenschweißen, die unbefangene Spielfreude und musikantische Ausstrahlung der Musiker konnten dennoch das Publikum begeistern.
Am Anfang des Konzerts stand die Ouvertüre a-Moll op. 1 "Nachklänge aus Ossian" vom dänischen Komponisten Nils Wilhelm Gade, der seine Begeisterung für nationalhistorische Volksweisen in sein Werk einfließen ließ und mit buntem Klangfarbenspiel die Instrumentengruppen des Orchsters forderte.
Danach gab es das Cellokonzert h-Moll op. 104 von Antonin Dvorak, das dem Solisten spieltechnische Brillanz, musikantische Kraft und subtiles, melodisches Verständnis abverlangt. Der junge Cellist Björn Schwarze konnte diese vielfältigen Substanzen in erfreulicher Manier verwirklichen; er zeigte zudem eine ausgeprägte Reife im musikantischen Zusammenspiel. Das Orchester war unter der umsichtigen Leitung seines Chefdirigenten Johannes Leertouwer stets begleitend präsent, es gab den stürmischen und auch zarten Passagen eine erfreuliche Ausstrahlung.
Die Ballettsuite "Der Feuervogel" von Igor Strawinsky wurde zum Höhepunkt des Konzerts. Der Komponist entwickelte bei seiner Partitur eine breit gefächerte Klangwelt mit entfesselten Impressionen, wohlklingenden Kantilenen, rhythmischen Finessen und harmonischen Experimenten, die von den jungen Musikanten mit erstaunlicher Profession ausgeführt wurden.
Es gab reichen Beifall und Zugaben, wobei ein gesungener Gutenacht-Gruß nicht nur für die Zuhörer nachhaltige Wirkung hinterließ.